Der Grundstein für die Auferstehungskirche wurde 1969 gesetzt. Er ist im hinteren Teil der Kirche zu sehen.  Zu Ostern 1970 wurde die Kirche eingeweiht.

Die von außen eher unscheinbare, in grau gehaltene Kirche mit der Form eines Satteldachhauses, über das sich der charakteristische dreieckige Turm nur wenig erhebt, beherbergt einen harmonischen sakralen Innenraum.  Dieser spiegelt die Geometrie des Hauses wider, nur an der Westseite erkennt man die Form nicht ohne weiteres, weil die Empore den Westgiebel teilweise verdeckt.

Die schlichte Holztäfelung in Verbindung mit den farbigen Glasfenstern geben der Kirche eine würdevolle Feierlichkeit, ohne erdrückend zu wirken.  Die Glasfenster wurden von dem deutschen Kunstmaler, Bildhauer, Glas- und Glockenzier-Künstler Harry MacLean (*16. März 1908 in Berlin, † 3. Januar 1994 in Heidelberg) geschaffen.

MacLean war um 1970 in dieser Region tätig.  So hat er auch die Glasfenster, Altar und Kanzel in der Heilig-Geist-Kirche auf der Insel Reichenau und das Chorfenster in der Christuskirche in Wollmatingen gestaltet.

 

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Die Glasmosaiken
 
Fenster Hauptfenster klein
 

Über dem Altar vor der östlichen Giebelseite erhebt sich ein Kreuz mit dem (wahrscheinlich) aus dem 15. Jahrhundert stammenden Kruzifix, das seinen ursprünglichen Ort über dem Chorbogen einer spätgotischen größeren Kirche hatte.  Bei hellem Tageslicht wird der Blick auf das große trapezförmige Hauptfenster gelenkt, dessen Oberkante der Dachlinie folgt.  Es bekommt dadurch eine Spitze, die himmelwärts weist.  Das Bild, in dem leuchtende Rot- und Blautöne vorherrschen, stellt den Auferstandenen in kontrastierendem, glänzendem Weiß dar, der triumphierend/segnend die Hände hebt. 

An den Seitenwänden befinden sich jeweils drei gleich große rechteckige Glasfenster, auf der rechten Seite im vorderen Teil der Wand, auf der linken Seite im hinteren Teil.  Sie alle stellen Szenen aus dem Neuen Testament nach der Auferstehung dar.  Zu erkennen ist das daran, dass Jesus auf allen Bildern rote Wundmale an Händen und Füßen hat.


 

Der Auferstandene am See Tiberias (Genezareth)
 
Fenster See Tiberias bearb klein
 

Für Galiläa, hier am See Tiberias, sind die meisten Begegnungen mit dem Auferstandenen bezeugt. Die Jünger sind wieder bei der alltäglichen Arbeit, dem Fischfang. Die Szene des Wiedersehens in neuer Gestalt ist verbunden mit einem besonders ertragreichen Fang, der auf Anweisung des noch unerkannten Herrn gelingt. Petrus und Johannes - wohl die beiden links von Christus - spielen in diesem Bericht eine besondere Rolle.

Johannes 21, 1-14 und 15-24


 

Maria von Magdala
 
Fenster Maria von Magdala bearb klein
 
 

Sie ist -- allein oder zusammen mit anderen Frauen -- die erste Zeugin der Auferweckung. Die Frauen wagen sich ans Grab, die Männer sind vorerst untergetaucht. Maria erkennt den Auferstandenen nicht, bis er sie mit ihrem Namen anspricht.  Sie antwortet mit dem liebevollen Ehrentitel „Rabbuni“, „mein Rabbi“. Erstaunen und Offenheit drücken ihre Haltung in der Darstellung aus. Links im Fenster könnten die Steinplatten des leeren Felsengrabes angedeutet sein.

Markus 16, 9-11 und Johannes 20, 11-18


 

Der ungläubige Thomas
 
Fenster ungläubiger Thomas bearb klein

Einer von den Jüngern will es genau wissen: Thomas, der beim ersten Erscheinen vor zehn Jüngern nicht dabei war.  Mit den Händen muss er den Beweis ertasten: die Wundmale am Körper des Auferstandenen. Auf diesem Glasfenster wird dargestellt, wie der auferstandene Herr seinem Wunsch entspricht.  Zugleich erhält Thomas aber die Botschaft, die für alle folgenden Zeugengenerationen gilt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Johannes 20, 29)

Johannes 20, 24-29


 

Die Emmausjünger
 
Fenster Emmausjünger bearb klein

 

Die Jünger sind auf dem Weg nach Emmaus mit dem Unbekannten.  Sie erzählen ihm von ihrer Angst und Trauer über den Tod Jesu. Er bezeugt ihnen die Auferstehung entsprechend der prophetischen Tradition im Alten Testament.  Sie laden ihn ein: „Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden.“ Am Brechen des Brotes beim gemeinsamen Mahl erkennen sie ihn später. Der Auferstandene selbst war mit ihnen unterwegs: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege?“

Lukas 24, 13-35


 

Jesus offenbart sich den elf Jüngern
 
Fenster offenbart sich den Jüngern bearb klein

Mit erhobenen Händen und dem Friedensgruß gibt sich der Auferstandene den Jüngern zu erkennen. Der Hinweis auf die Wunden an den Händen, den Füßen, an der Körperseite und das Essen betonen die Leibhaftigkeit der Auferstehung. Jesus nimmt sie in seinen Kreis und sendet sie aus:  „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.  Friede sei mit euch.“

Lukas 24,36-49; Johannes 20, 19-23


 

Der zum Himmel aufgehobene und wiederkommende Herr
 
Fenster aufgehobener und wiederkommender Herr bearb klein

Es ist das abschließende Motiv der sieben Auferstehungsfenster. Anfang und Ende, symbolisiert durch Alpha und Omega im griechischen Alphabet, liegen in seiner Hand.  Er ist gekommen, ist beim ewigen Vater und in diesem Sinne im Himmel und wird wiederkommen, um alles neu zu machen. Ein Jünger, vielleicht der Seher Johannes, links unten im Fenster bezeugt das in anbetender Haltung. Die kreisförmigen Linien, die in allen Fenstern um Jesus herum aufgehen, weisen auf das ewige Leben, zu dem Jesus Anteil gibt: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.  Ich war tot und siehe ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Offenbarung des Johannes 1, 17-18; 21,6; 22,13